Preiswertes Wohnen in zentraler Lage, 2. Preis


Preiswertes Wohnen in zentraler Lage, 2. Preis

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Preiswertes Wohnen in zentraler Lage - Münster

Wettbewerb 2. Preis

Projektstandort:    Münster

Erläuterung

Städtebau
Die neue Bebauung schließt mit zwei eng zu- sammenstehenden Gebäude die Blockstruktur. Die Zugänge zu den gewerblichen Flächen im Erdgeschoss erfolgen unmittelbar von den jeweiligen Straßenseiten. Die Stellung der Baukörper bildet analog zur gegen- überliegenden Bebauung einen Eingangsplatz aus, der als Adresse für die von der Gartenseite erschlossenen Wohnungen dient. Diese werden wettergeschützt und offen zum neu gestalteten Gartenhof erreicht.
Höhenmäßig orientieren sich die beiden Gebäude an der Nachbarbebauung. Entlang der Steinfurter Straße ent- steht somit ein viergeschossiger Gebäuderiegel, während an der Catharina-Müller-Straße fünf Geschosse vorge- sehen sind. Die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage ist neben der bereits bestehenden Zufahrt des Gesund- heitshauses angeordnet. In der Garage sind die notwendigen Stellplätze nachgewiesen.

Außenraum
Entlang der Steinfurter Straße wird eine großzügige Offenheit favorisiert. Der Wegebelag wird bis an die Gebäudefassaden geführt. Die Eingänge der gewerb- lichen Lokale werden mit Sitzblöcken akzentuiert und Fahrradabstellmöglichkeiten werden angeboten. Auf Abgrenzungen und Schwellenräume zu den Geschäften wird bewusst verzichtet.
Das Entreé zu den privaten Wohnungen erfolgt über den Eingangsplatz an der Ecke Catharina-Müller-Straße und Steinfurter Straße. Jenseits des torartigen Zugangs öffnet sich ein weiträumiger privater Innenhof, der als gemeinsamer grüner Korridor zu den Wohnungen fungiert.
Im Zentrum dieses Hofes liegt die weiße Magnolieninsel auf einem leicht erhöhten Rasenplateau. Die um- gebenden Rasenschollen driften auseinander und bilden entlang der Bruchstücke neue Aufenthaltsqualitäten mit Sitzmauern. Die Magnolien sind als Rasterpflanzung konzipiert und erzeugen ein einfaches Bild, an dem jahreszeitliche Stimmungen ablesbar werden. Diese grüne Insel setzt ein Zeichen und bildet eine einladende Geste sowohl für die neue Bebauung als auch für die schon gewachsene Umgebung. Der Gartenhof ist ein Ort des Lichts, der Sonne, der Wärme, des Schattens und spricht die Nutzer emotional durch seine visuelle Attraktivität an.
Konstruktion
Das Gebäude ist in konventioneller massiver Bauweise konzipiert. Sämtliche Wohnungsgrundrisse sind ge- stapelt, so dass einfaches und damit wirtschaftliches Bauen gewährleistet ist. Die Wohnungstrennwände im 1. Obergeschoss sind als wandhohe Träger gedacht. Die gewerblichen Erdgeschossflächen können dadurch stützenfrei und somit auch für unterschiedliche Nutzungen flexibel gehalten werden.

Grundrisse
Von den 40 Wohnungen entsprechen 37 den Fördergrößen und –zuschnitten. Drei Wohnungen mit rd. 85 qm können ohne Bindung angeboten werden. Es werden sechs Familienwohnungen für Vier-Per- sonenhaushalte, vierzehn Wohnungen für Ein- Personenhaushalte (jedoch mit abgetrenntem Schlaf- raum) sowie weitere 17 Wohnungen für Zwei- Personenhaushalte angeboten. Bei allen Grundrissen wurden die notwendigen Verkehrsflächen zugunsten eines möglichst großzügigen Wohnungszuschnittes minimiert.
Allen Wohnungen sind großezügige Loggien und keine Balkone zugeordnet, da diese besonders in verdichteten Bereichen einen deutlich höheren Schutz des privaten Umfeldes bieten können. Ein Blick entlang der Steinfurter Straße zeigt, dass Freisitze, obwohl nach Südwesten ausgerichtet, zu dieser sehr lauten Seite auf keine gute Akzeptanz bei den Bewohnern treffen und die Balkone oft lediglich als zusätzliche Abstellfläche genutzt werden. Auf die Ausrichtung der Loggien zur Steinfurter Straße wurde daher verzichtet.
Für Fahrräder und Mülltonnen werden auf der Gartenhofseite geschützte Abstellplätze entlang der Zuwegung zu den Wohnungen angeboten. Ergänzend sind Fahrradkeller über die Tiefgarage zu erreichen.

Fassaden
Die Obergeschosse des Gebäudes erhalten eine helle Putzfassade. Die im Erdgeschoss und im Bereich der Fensterbänder vorgesehenen opaken Elemente sollen einem sorgfältigen Farbkonzept folgen und eine abwechslungsreiche und positive Ausstrahlung des Hauses unterstreichen. Das flache Dach eignet sich für die Einrichtung eines Gründaches und als Standort für Solaranlagen.
Die straßenseitigen Fensterbänder weisen Brüstungen auf, die auch emotional eine Abschirmung zur lärmbelasteten, unwirtlichen Seite sichern. Die Fenster sind statt dessen lang gezogen, so dass die Sonne für helle und freundliche Räume sorgt.
Zum ruhigen Garten sind die Fassadenöffnungen geschosshoch, um den Bezug ins Grüne sicher zu stellen. Die Fassadenstruktur am langgestreckten Gebäude mäandriert und assoziiert Bewegung und Geschwindigkeit der Ausfallstraße. Das kleinere Gebäude an der Seitenstraße erhält durch die symmetrisch geordnete Fassade einen ruhigen und verankerten Charakter. Der vorgesehene Fassadenaufbau ist vielschichtig: Hinter einer strengen Grundstruktur variieren Fensterflächen, geschlossene und farbig gestaltete Flächen, zurückliegende Loggien und Treppenhäuser. Eine wohlgesetzte Ordnung wird durch eine lebhafte und den jeweiligen Nutzungen angepasste zweite und dritte Schicht der Fassade ergänzt.

Schallschutz
Die geplanten Gebäude liegen im schalltechnischen Einwirkungsbereich der B54, Steinfurter Straße. Nach einem Zählergebnis der Straßenverkehrszählung von 2005 kann von einer täglichen Verkehrsstärke von rd. 28.000 Kfz/24h ausgegangen werden. Für die Querschnittsbelastungen der Catharina-Müller-Straße und der Gasselstiege liegen keine Werte vor, jedoch können hier deutlich geringere Verkehrsstärken angenommen werden. Die bestehende Gebäudezeile an der Gasselstiege wird über das z.Zt. als Parkfläche genutzte Baufeld von Geräuschen aus Straßenverkehr aus südwestlicher Richtung beaufschlagt. Im Tageszeitraum liegen rechnerisch Beurteilungspegel von 60dB(A) bis 66dB(A) und im Nachtzeitraum von 49dB(A) bis 55dB(A) vor. Die geplanten neuen Baukörper werden als Straßenrandbebauung konzipiert, die durch Gebäudeabschirmung eine gegenüber den Verkehrsgeräuschen beruhigte `Ruhezone´ schaffen. Für die bestehende Bebauung ergeben sich dadurch Pegelminderungen von bis zu 14dB(A). An den rückseitigen Fassaden der geplanten Bebauung bewirkt die Gebäudeabschirmung eine Pegelminderung gegenüber der Straßenseite von mehr als 20dB(A). Der `Durchstich´ zwischen den Baukörpern führt aufgrund seiner Tiefe von rd. 5m zu keiner relevanten Beeinträchtigung der rückseitigen Wohnbereiche.
Aufgrund des städtebaulichen Konzeptes einer Straßenrandbebauung mit Schaffung eines `ruhigen´ Innenhofes ergibt sich zwangsläufig eine der Steinfurter Straße zugewandte `laute´ Fassadenseite. Die geplante Grundrissgestaltung folgt dem Gedanken, dass diese gut besonnte, aber laute Fassadenseite von den Bewohnern akzeptiert wird, sofern in der Wohnung ruhigere Rückzugsmöglichkeiten geschaffen werden. Das ist mit dem Prinzip des `Durchwohnens´ gegeben, so dass die schallgedämmten und mit einer Lüftungsanlage ausgestatteten Zimmer zur Steinfurter Straße nach individuellen Bedürfnissen sowohl als Wohn-, Schlaf-, oder Arbeitsräume genutzt werden können. Die Freisitze (Loggien), die auch der Entspannung und Erholung dienen, sind überwiegend zum ruhigeren Innenhof orientiert. Hierbei wird dem Ruhebedürfnis ein höherer Stellenwert eingeräumt als der optimalen Besonnung. Die wenigen zur Seitenstraße und zum Fuß- und Radweg orientierten Loggien können mit Verglasungselementen als temporäre Wintergärten optional ausgerüstet werden. In jedem Fall erhalten diese Loggien eine  hohe, massive Brüstung und eine schallabsorbierende Unterdecke zur Pegelminderung auf dem Freisitz und der dahinter liegenden Fensterebene.