Auszeichnung guter Bauten 2010 BDA Münster - Münsterland

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Auszeichnung guter Bauten 2010 BDA
Münster - Münsterland
Anerkennung: ALTES PARKHAUS Stubengasse
Münster

Das Umbauprojekt Altes Parkhaus an der Stubengasse Münster hat eine Anerkennung bei der Auszeichnung guter Bauten 2010 BDA Münster - Münsterland erhalten.

Bauherr:    
WBI – Westfälische Bauindustrie GmbH

Projektstandort:    
Stubengasse 22-26, Münster

BGF:    6.000 m²
Fertigstellung:    Herbst 2010

2008 erfolgte der Auftrag durch die städtische Tochter WBI, das abgängige Parkhaus an der Stubengasse durch Umbau und Erweiterung in ein Wohn- und Geschäftshaus mit integrierter Fahrradstation umzu-planen. Das bestehende Parkhaus von 1964 wird in Teilbereichen durch Entkernung und Abtragen der oberen Geschosse zurückgebaut. Basis des Entwurfs ist der Erhalt wesentlicher Teile der alten Bausubstanz bei völlig veränderter Nutzung. So wird der ehemalige Außenraum zum Innenraum, ein nüchterner Zweckbau zum kom-plexen Raumkunstwerk. Eigentlich für die Nutzung als Parkhaus optimiert, entfaltet die Stahlbetontragstruktur durch die Setzung in einen neuen Zusammenhang eine ästhetische Wirkung, die den Raum prägt und mit ihrem rauhen Charme Charkter und Atmosphäre des Ortes bestimmt. Das Erdgeschoss und das 1. Obergeschoss mit Mezzanin werden zu Verkaufs- und Ausstel-lungsflächen mit Loftcharakter, einer Fahrradgarage und Büroräumen umgebaut. Es bleibt viel vom `Alten Parkhaus´ zu entdecken, die Struktur des vormaligen Parkhauses bleibt ablesbar. Die Kragarme der versetzten Parkhausebenen ragen in den Luftraum, ruppig und offen. Durch die große Glasfläche strahlt das Tragwerk nach außen zum Platz der Stubengasse aus. Sichtbeton-streifen zeichnen als veredelte Reminiszenz die Höhen des alten Parkhauses nach. Sie bilden den präzisen Rahmen der großen Verglasungen. Für die Fassaden wird ruppiger Backstein in changierender Farbigkeit mit den hellen Sichtbetonfertigteilen kombiniert. Zur Ver-schattung der großzügigen Glasflächen werden an den Loggien prägnante Vorhänge vorgesehen. Die oberen beiden Geschosse werden auf dem bestehenden Tragwerk neu errichtet. Die statischen Lasten werden über das alte Betonskelett abgetragen. Hier entstehen acht Wohnungen mit Loggien, die über ein begrüntes Atrium erschlossen werden. In den Wohnungen wird mit Raumhöhen und Raumproportionen erfahrbar gespielt. Treppen erschließen die in der Vertikalen gestapelten Wohnfunktionen.
Es geht um Rückgewinnung von Stadtraum, um eine Parkhaus-Morphose. Es wird eine spannende Beziehung zwischen Ein- und Ausblicken mit dem Gegenüber des städtischen Platzes inszeniert. Nach innen gestülpt wird für das urbane Wohnen eine private Grün-Oase ein-gebettet.
Das Projekt besetzt als abschließender Baustein eine wichtige Raumkante des neu geschaffenen Dreieck-platzes der Stubengasse und wurde als Teil des Gesamtensembles Stubengasse mit dem Deutschen Städtebaupreis 2010 ausgezeichnet. Außerdem hat das Projekt den Architekturpreis Beton 2011 erhalten.

Fotos: G. Erbring