Neugestaltung Schulkapelle St. Michael, Ahlen


Neugestaltung Schulkapelle St. Michael, Ahlen

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Schulkapelle St. Michael Ahlen

Nutzung: Schulkapelle

Bauherr:       
Bistum Münster Bischöfliches Generalvikariat

Standort:
Warendorfer Straße 72, Ahlen

Fertigstellung:     Spätsommer 2010

Die Schulkapelle des Gymnasiums und Berufskollegs St. Michael in Ahlen im 2. OG des Südflügels im Altbau soll neu gestaltet werden. Hintergrund ist vor allem die nicht mehr der Liturgieform entsprechende, frontal ausgerichtete Anordnung der Bestuhlung gegenüber dem erhöhten Altarraum. Die Schulkapelle ist seit ihrem Bestehen in Reaktion auf geänderte Liturgieformen und variierende Nutzungsschwerpunkte mehrfach umgestaltet worden. Den vorliegenden historischen Plänen ist zu entnehmen, dass die Kapelle ursprünglich mit einem nach Norden ausgerichteten Chorraum mit zwei Seitenräumen gestaltet war. Es gab einen seitlichen Eingang vom Flur und Innenfenster zu diesem Flur. Die Tragstruktur aus Stahl-Rundstützen unter parallel zur Außenwand verlaufenden Stahltägern der Stahlkappendecke war sichtbar. Die Fenster der östlichen Außenwand entsprachen in der Gestaltung den übrigen Fenstern des Gebäudes: weiße Holzsprossenfenster mit Klarglas, überwölbt mit scheitrechten Bögen. Ein wesentlicher Umbaut erfolgte zum einen in den 50er-Jahren. Hierbei wurde der Chorraum durch Rückbau der beiden Seitenräume erweitert, eine abgehängte Holzvertäfelung der Decke eingebaut, die Flurfenster geschlossen. Vermutlich aus dieser Zeit stammt auch der zweite Zugang vom Treppenraum Süd und die noch vorhandenen Holztüren. Die Fensteröffnungen in der Außenwand wurden um ca. 50 cm erhöht, mit einem waagerechten Ziegelsturz und jeweils zwei schmalen, senkrechten Betonrippen versehen. Die Änderungen sind deutlich im Ziegelmauerwerk der Ostfassade ablesbar. Es wurden die noch heute vorhandenen Stahlfenster mit Buntglas eingesetzt, gestaltet von Ludwig Baur aus Telgte. In der Folge wurde insbesondere der Altarraum mehrfach umgestaltet, ab Ende der 60er-Jahre u. a. in Reaktion auf das Zweite Vatikanische Konzil. Ein weiterer gravierender Umbau erfolgte 1977 / 78. Bedingt durch die größere Raumhöhe der Kapelle waren die darüberliegenden Schlafräume des Internats nur über zusätzliche Stufenanlagen erreichbar. Um diese Räume nach Schließung des Internats als Unterrichtsräume nutzen zu können, wurde die Tragstruktur dieses Gebäudeflügels nachhaltig geändert: das Dachgeschoss erhielt eine Stahlrahmenkonstruktion und die Kapelle eine stützenfreie Stahlbetonrippendecke. Bei Beginn der aktuellen Umbaumaßnahme im Altbau stellte sich die Kapelle mit einem über zwei Stufen in ganzer Raumbreite ca. 34 cm erhöhten, mit Anröchter-Bodenplatten belegten Altarraum vor der Nordwand des Raumes dar. Parallel zur Stufenanlage waren Kirchenbänke mit einem Mittelgang aufgereiht. Nach oben wird der Raum mit einer Sichtbeton-Rippendecke abgeschlossen. Die Wände sind mit Raufasertapete belegt, der Holzdielenboden mit einem beigefarbenen Veloursteppichboden. Die Buntglas-Stahlfenster sind noch vorhanden. Es gibt einen Eingang vom Flur und einen an der rückwärtigen Schmalseite vom Südtreppenraum, jeweils mit einer doppelflügeligen Holztür mit Futter und Bekleidung.
Die geplante Umgestaltung der Kapelle erfolgt nach dem „Circumstantes-Modell“. Für die Umsetzung sind nachstehende Maßnahmen erforderlich:
-    Rückbau der Einrichtung
-    Rückbau der Stufenanlage
-    Ersatz der vorhandenen Pitch-Pine-Dielung durch Eichenholzdielen
Aufgrund der wiederholten Umbauten der Kapelle ist der vorhandene Dielenboden unter dem Teppichboden so stark geschädigt, dass eine Aufarbeitung mit einem für die Kapelle angemessenen optischen Ergebnis nicht umsetzbar ist.
-    Entfernung der Tapeten, Spachteln und Streichen der geputzten Wände mit diffusionsoffenen Dispersionsfarben, hell abgetönt
-    Einbau einer Gipskarton-Vorwand vor dem Altarwandbild aus Naturstein mit Bronzefiguren
-    Rückbau der Holztür und Schließen der Türöffnung zum Treppenraum Süd
-    Ersatz der Holztür zum Flur durch eine aufgesetzte, flächenbündige Stockzargen-Eichenholztür mit verdeckten Bändern
-    Anlage eines Türdurchbruchs in der nördlichen Seitenwand zur Erschließung eines Sakristeiraumes
-    Ergänzung des Deckenrasters durch zusätzliche Rippen aus Gipskarton-Faltelementen, Einbau von abgehängten Deckensegeln aus fugenlosen Akustikplatten mit feinem Spritzputz, Verkleidung der sichtbaren Betonflächen der Deckenkonstruktion
-    Neuinstallation der Elektrotechnik und Beleuchtung
-    Neuinstallation der Heizkörper
-    Neueinrichtung der Kapelle
Als weitere Maßnahme ist eine Sanierung der Buntglasfenster geplant. Die vorhandenen Stahlfenster mit Bleiverglasung sollen energetisch saniert werden. Hierzu werden die alten Bleiverglasungen aus den Rahmen ausgebaut. Die alten Rahmen werden ausgebaut und entsorgt. Es werden dann neue, thermisch getrennte Stahlrahmen hergestellt mit zwei Verglasungsebenen. Nach außen wird eine Isolierverglasung angeordnet und nach innen die Bleiverglasung nach Reinigung und stellenweiser Ausbesserung in den vorhandenen Abmessungen wieder eingesetzt. Die Rahmenaufteilung soll weitestgehend entsprechend der alten Rahmen gestaltet werden. Aus konstruktiven Gründen werden jedoch statt der zwei Dreh- und zwei Klappflügel je Fenster zwei Drehflügel über die gesamte Höhe vorgesehen.